Sechs gute Gründe, warum du Japanisch lernen solltest

Vor einer Weile stolperte ich über einen englischen Blogartikel mit dem Titel „10 reasons why you shouldn’t learn japanese“. Darin wurde unter anderem argumentiert, dass man in Japan sowieso gut mit Englisch zurechtkommen könne und die Erfolgsaussichten wirklich fließend zu werden ja nun ohnehin sehr dürftig aussähen. Warum also überhaupt versuchen? Ich persönlich stimme nicht zu – hier sind Nihongo Otsus „Sechs gute Gründe, warum du Japanisch lernen solltest“.

1. Respekt gegenüber dem Gastland

Exotisches, faszinierendes Japan - die Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zu seiner Kultur.

Exotisches, faszinierendes Japan – die Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zu seiner Kultur.

In englischssprachigen Ländern wie den USA begegnet man oft der Mentalität „egal wo ich hingehe, man wird schon meine Sprache sprechen“. Eine relativ respektlose Einstellung, bei der sich die ganze Welt der eigenen Bequemlichkeit unterzuordnen hat. Wir reden hier nicht von Erfolg oder dem Anspruch, in der neuen Sprache fließend zu werden – auch wenn man aus Zeitmangel vielleicht nie über das Anfängerlevel hinauskommen kann, sollte man sich wenigstens ein bisschen Mühe geben – allein schon als Geste der Höflichkeit und dem Respekt gegenüber dem Gastland.

2. Bessere Integration

Es gibt einen großen Unterschied zwischen „innerhalb des japanischen Staatsgebiets überleben“ und „in Japan leben“

Man kann im Land der aufgehenden Sonne auch ohne Japanisch zurecht kommen, das stimmt. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen „innerhalb des japanischen Staatsgebiets überleben“ und „in Japan leben“. Irgendwie die wichtigsten Dinge rumkriegen, schön und gut. In Japan begegnet man aber permanent Japanisch, und das versteht man nicht. Man versteht nicht was die Menschen sprechen, man versteht die Schilder nicht und auch nicht das Fernsehprogramm. Der Löwenteil der neuen Umgebung bleibt für einen ein Buch mit sieben Siegeln – ist man da überhaupt wirklich drüben angekommen? Wieviel genussvoller wird die Erfahrung, wenn man zumindest die Grundlagen der Sprache beherrscht!

3. Training fürs Gehirn

Wer rastet, der rostet – sagt man bekanntlich. Um das Oberstübchen fit zu halten, sollte man es mit möglichst vielen verschiedenartigen Lernprozessen auf Trab halten. Dabei muss das Training selbst gar keinen praktischen Nutzen haben – oft profitiert man von der neu gewonnenen Denkfähigkeit ganz automatisch auch im Alltag, ähnlich dem Bodybuilder, der im Fitness Studio die Hanteln wuchtet und dann zuhause mit Leichtigkeit die Möbel herumschieben kann. Das Studium des Japanischen verlangt, dass man sich in eine völlig andersartige Sprache hineindenken muss. Das hält das Getriebe unseres kostbaren Apparats schön geschmeidig und setzt bislang unzugängliche Kapazitäten frei.

4. Spaß an der Freude

Japanisch zu lernen ist nicht leicht und die Fortschritte stellen sich nicht so schnell ein, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Wenn man dann aber mal seine erste Konversation mit einem Japaner in seiner Muttersprache geführt hat – was für ein geniales Gefühl! Ich bin davon überzeugt: vielen Menschen kann das Lernen Spaß machen, wenn sie sich nur nicht mit falschen Erwartungen unter Druck setzen oder mit irgendeinem trockenen Buch quälen.

5. Das gewisse Extra beim Jobinterview

Viele Personaler sehen zahllose Bewerbungen jeden Tag. Wieviele davon können sich wohl mit einem „Japanisch: gute Kenntnisse“ brüsten? Die sogenannten Softskills sind entscheidend, um sich von der Masse abzuheben, Flexibilität zu demonstrieren und klar herauszustellen, dass man nicht bloß ein beschränkter Fachidiot ist. Anspruchsvolle Sprachen wie Japanisch sind da ein gutes Aushängeschild.

6. Zugang zur japanischen Kultur

Es ist nicht leicht, Japanisch zu lernen – aber man wird reich dafür belohnt.

Wer diesen Artikel liest, der hat wahrscheinlich einen entsprechenden Background. Seien es Anime, Filme, Videospiele oder Musik, wir alle lieben doch die kleinen Schätze aus dem fernöstlichen Inselstaat, viele sind sogar mit ihnen aufgewachsen. Wäre es nicht genial, endlich die unverfälschte Originalversion genießen zu können? Nicht mehr nur Untertitel anschauen, sich nicht mehr mit einer mittelmäßigen Übersetzungskrücke herumschlagen und endlich den Refrain des Lieblingslieds verstehen können… es ist nicht leicht, Japanisch zu lernen – aber man wird reich dafür belohnt.

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2 Comments

  1. Wir beschäftigen uns auch im Rahmen unseres Blogprojekts viel mit dem Thema Japan und japanische Sprache. Zwar sind die Japaner sehr international ausgerichtet und man kommt mit Englisch auch echt sehr weit, doch ein Vordringen in die japanische Kultur kann nur dann gelingen, wenn man auch sprachlich in die Welt der Japaner hinein geht und bereit ist die Kultur wirklich kennen zu lernen.

  2. schöner Artikel,
    ja – sechs Gute Gründe Japanisch zu lernen sind gut gewählt.
    Ich habe vor ca. einem Jahr angefangen mich in die Mystische Welt der Hiragana, Katakana und nicht zuletzt der Kanji zu versuchen.
    Ich kann von mir behaupten – Sprachbegabt bin ich überhaupt nicht!
    Aber Japanisch macht Spaß.
    Nun habe ich auch noch das große Glück das in unserer VHS Japanisch angeboten wird. Das dürfte in vielen Städten nicht gegeben sein.
    Und – ein Japanisch Lehrer ist schon sehr wichtig. Gerade am Anfang ist der Einstieg wegen der vielen fremden Schriftzeichen doch etwas holprig.
    Aber Hiragana und Katakana sind schnell gelernt.
    Wenn man dann zuhause in die Verlegenheit kommt einen Japanischen Film zu sehen 🙂 🙂 und einige Schriftzeichen und Texte übersetzten kann…
    Whow – was für ein erhebendes Gefühl….
    Ich werde auf jeden Fall weiter machen. Und man weiß ja nie – vielleicht geht die nächste Reise nach 日本!
    Gruß aus Mannheim
    Andreas

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