Spielend Japanisch Lernen mit Retro Games – dieses Mal: Yoshi’s Island für SNES

Habt ihr mal wieder Lust, ein bisschen Zeit mit dem guten alten Super Nintendo zu verbringen? Wie? Ihr würdet gerne, aber ihr müsst Japanisch lernen? Da gibt es eine einfache Lösung: Warum nicht lernen und spielen verbinden? Ganz recht: Ich möchte euch ab und zu ein paar handverlesene Spiele vorstellen, die sowohl unterhaltsam als auch gut für die sprachliche Weiterbildung sind. Es taugen nämlich längst nicht alle der alten Klassiker was für unser Vorhaben: viele sind  zu schwer, zu leicht oder qualitativ nicht das Gelbe vom Ei. Aber ich habe die harte Arbeit für euch erledigt und bin auf die Suche nach den besten Spielen für den ambitionierten Japanisch-Lernen gegangen. Den Anfang macht „ Yoshi‘s Island “ (natürlich die japanische Version), ein zuckersüßes Jump and Run, das – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener – wirklich für jeden etwas bereit hält.

1. Kurze Info zum Spiel

Yoshi‘s Island besticht durch ausgezeichnete Grafik und stimmungsvollen Soundtrack. Der bemerkenswerte Diamant in der SNES bzw. Super Famicom Bibliothek scheint auch noch Jahrzehnte nach seiner Erscheinung und hat nichts von seinem Charm verloren.

Yoshi‘s Island besticht durch ausgezeichnete Grafik und stimmungsvollen Soundtrack. Der bemerkenswerte Diamant in der SNES bzw. Super Famicom Bibliothek scheint auch noch Jahrzehnte nach seiner Erscheinung und hat nichts von seinem Charm verloren.

Yoshis Island zählt zu den Perlen der SNES Bibliothek. Das Abenteuer des grünen Dinosauriers führt euch durch liebevoll gestaltete Level, in denen es gilt, auf euer zerbrechliches Mündel aufzupassen. Baby Mario sitzt nämlich auf eurem Rücken und muss unter allen Umständen von gegnerischen Angriffen geschützt werden. Erleidet ihr Schaden, verliert ihr eure Fracht und der kleine Racker schwirrt quängelnd über den ganzen Bildschirm, bis ihr ihn schließlich wieder einsammelt. Nur begrenzte Zeit steht euch dazu zur Verfügung: Misslingt euch die Rettungsaktion, bevor der Countdown abläuft, verliert ihr ein Leben. Soweit das grundsätzliche Prinzip. Yoshis Handlungsmöglichkeiten bestehen nun aus rennen, springen und dem schlucken von Gegnern, die er in ein Ei umwandelt und fortan als „Munition“ nutzen kann. Der rote „A“ Knopf lässt ein Fadenkreuz erscheinen, ein weiteres Pressen des Knopfes feuert schließlich das Geschoss in die aktuell angezeigte Richtung. Die Anforderungen an die Motorik halten sich dabei sehr in Grenzen und erlauben es auch unerfahrenen Spielern, recht frustfrei voranzukommen. Optisch ist das Spiel über jeden Zweifel erhaben, verwöhnt euch mit einem kindlich-verträumten Soundtrack und wird die grauen Februartage vergehen lassen, wie im Flug. Einziges Manko: Baby Mario kann zuweilen etwas nerven, und für erfahrenere Spieler ist das Baby-Sitting Abenteuer deutlich zu leicht. Eine Niveauauswahl mit einem schwierigeren Modus wäre wünschenswert gewesen.

2. Sprache in Yoshi’s Island

Die meisten Texte sind auf einfachem Niveau gehalten und bleiben so lange auf dem Bildschirm, wie ihr wollt

Die meisten Texte sind auf einfachem Niveau gehalten und bleiben so lange auf dem Bildschirm, wie ihr wollt.

Das Spiel beginnt mit einem Intro, das – wie in einem Bilderbuch für Kinder – kurz und bündig das Wie und Warum von Yoshis Abenteuer erklärt.
Der Text gibt euch zwar viel Zeit zum Lesen, verschwindet aber leider automatisch.
Anders ist das im restlichen Spiel: jede Dialogbox könnt ihr euch so lange anschauen, wie ihr wollt. Genug Zeit also, um in aller Ruhe zu studieren, das Wörterbuch rauszuholen oder auch Notizen zu machen.
Kanji Kenntnisse sind dabei nicht notwendig, das ganze Spiel beschränkt sich auf Hiragana und ab und zu ein bisschen Katakana.
Habt ihr die Storyline hinter euch gelassen, begegnet euch Geschriebenes fortan ausschließlich in Form der kleinen Erklärungsboxen, die ihr ab und zu findet.Sie geben Aufschluss über die Spielmechanik und dürften, zumindest für den erwachsenen Spieler, größtenteils überflüssig sein.
Das ist für unsere Zwecke sehr praktisch, denn wir können so bereits erahnen, was man uns zu sagen versucht. Viele Vokabeln sind dadurch rein aus dem Kontext entnehmbar.

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Hin und wieder begegnen euch kleine Infoboxen, die Erklärungen zur Spielmechanik liefern. Oft könnt ihr den Inhalt bereits erraten und so Vokabeln im Kontext lernen. Beispielsweise ist zu diesem Zeitpunkt bereits klar, was "nageru" bedeutet.

Hin und wieder begegnen euch kleine Infoboxen, die Erklärungen zur Spielmechanik liefern. Oft könnt ihr den Inhalt bereits erraten und so Vokabeln im Kontext lernen. Beispielsweise ist zu diesem Zeitpunkt bereits klar, was „nageru“ bedeuten muss.

Insgesamt spielt die Sprache in dem Spiel eine untergeordnete Rolle und erlaubt es, relativ zwanglos und stressfrei damit in Kontakt zu kommen. Das hat natürlich seinen Preis: Die Lernintensität ist entsprechen gering.
Es ist das Spiel, das man locker zur Entspannung anschaltet, genießt und sich dabei hin und wieder mit ein wenig Japanisch berieseln lässt.

3. Woher nehmen?

Eines vorweg: mir ist klar, dass das Spiel im Internet einfach und schnell zu haben ist. Die offizielle Stellungnahme von Nihongo Otsu lautet, dass wir natürlich keinerlei illegale Handlungen gutheißen sondern im Gegenteil davon abraten. Weitere Kommentare erspare ich mir an dieser Stelle.
Wer seine legal erworbene Rom auf dem Emulator spielen und trotzdem in den Genuss von echtem Retro Flair kommen will, dem empfehle ich dringend mit einem Snes-Usb-Controller zu spielen. Ich habe da einiges durchprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass die meisten davon ziemlicher Mist sind. Mittlerweile bin ich bei dem „Buffalo USB-Gamepad“ hängen geblieben.
Dieses schöne Gerät trägt leider „SNES“ nicht im Namen, obwohl es zu dem original Controller der Konsole nahezu völlig identisch ist.
Auf Amazon findet ihr es hier:
Buffalo Klassisches USB-Gamepad für PC, 1 Stück

(Der Link ist gesponsort, aber die Kaufempfehlung ist nicht beeinflusst. Schließlich habe ich keinen Vorteil davon, irgendeinen Controller zu bevorzugen)

Wer lieber auf einer echten Konsole spielen will, dem bleibt in Europa leider nichts anderes übrig, als sich ein Super Famicom (die japanische Variante des Super Nintendo) zu kaufen. Während man auf einem nordamerikanisches SNES noch mit recht wenig Aufwand auch Super Famicom Games zum laufen bekommt, ist das mit der europäischen PAL Version meines Wissens nach nicht möglich. Erschwinglich ist die Konsole aber alle Mal, und ebenso sind es die Spiele. Ich habe nach „Yoshi super famicom“ auf Ebay gesucht und haufenweise billige Importe gefunden. Für etwa fünfzehn Euro könnt ihr das gute Stück erwerben und gemütlich zuhause spielen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von Yoshi‘s Island für Japanisch Lernende:

– Die sprachlichen Anforderungen des Spiels sind gering
– Die meisten Textboxen werden beliebig lange angezeigt
– Es werden keine Kanji verwendet
– Die verwendeten Vokabeln und Ausdrücke sind nützlich
– Die Lernintensität ist moderat
– Das Spiel kann prinzipiell auch ohne Japanischkenntnisse bestritten werden

Mein Fazit lautet: Wer von den Vokabellisten und Textbüchern gerade die Nase voll hat und ohne schlechtes Gewissen ein bisschen faullenzen will, für den ist die japanische Variante von Yoshi‘s Island eine gute Wahl.
Ohne den Spieler mit Text zu überhäufen, bietet es stressfreie Unterhaltung und verwöhnt mit erstklassiker Grafik und Musik.
Probiert es aus 🙂

Posted in Japanisch lernen, japanische Retro Games.

One Comment

  1. Pingback: Retro Games in Originalsprache: Tenchi Sōzō (Terranigma) - Nihongo Otsu

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